Im Rahmen des Unterrichtsthemas „Dystopien – Religionen im Nationalsozialismus“ besuchte der Religionskurs des zehnten Jahrgangs von Herrn Brockmann am 13. November 2025 eine Abendveranstaltung in der Christuskirche Othmarschen. Dort erlebten die Lernenden eine bewegende Lesung, die an das Schicksal von Gemeindemitgliedern erinnerte, die während der NS-Diktatur verfolgt und ermordet wurden.
Im Mittelpunkt standen Menschen wie Rosa Heller aus der Rosenhagenstraße und Katharina Berend, eine Mathematiklehrerin am Berta-Lyzeum (heute Hochrad), die – obwohl sie längst zum lutherisch-evangelischen Glauben konvertiert waren – durch die „Judenkartei“ der Nationalsozialisten als „Juden“ registriert, entrechtet und deportiert wurden.
Die Veranstaltung machte Geschichte durch die vorgestellten Biografien auf eindrucksvolle Weise lebendig und erinnerte zugleich an die Bedeutung von Erinnerung, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage. Ein Interview mit einem Mitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg vertiefte diese Eindrücke.
Im Anschluss zeigte sich eine besondere persönliche Verbindung: Ein Schüler berichtete, dass einer seiner Vorfahren zu den einundzwanzig Pastoren gehörte, die im Januar 1933 das Altonaer Bekenntnis unterzeichneten – ein frühes und mutiges Zeichen kirchlichen Widerstands. Dieses Beispiel steht in deutlichem Kontrast zu der historischen Realität, dass viele Protestanten die NSDAP unterstützten oder sich den sogenannten „Deutschen Christen“ anschlossen, die versuchten, nationalsozialistische Ideologie mit dem Christentum zu verbinden.
Angesichts dieser Entdeckung wird sich der Kurs die Frage stellen, ob die Mahnung der Altonaer Pastoren auch heute noch gilt: „Wir können es nicht mehr verantworten, die bislang gewahrte Zurückhaltung zu üben.“
Der Religionskurs dankt der Christuskirche Othmarschen und allen Ehrenamtlichen ganz herzlich für die Gestaltung und Ausrichtung dieser Veranstaltung.